
Moritz Bader wird zum Matchwinner – Ermstal gewinnt mit 28:27 in letzter Sekunde
Nach der Niederlage beim TV Treffelhausen in der vergangenen Woche zeigte sich die HSG Ermstal bestens erholt und legte eine starke Trainingswoche hin. Mit dem TSV Heiningen 2 wartete am vergangenen Samstag ein Gegner, gegen den sich die Ermstäler bereits in der vergangenen Saison zweimal durchsetzen konnten. Dass es auch diesmal ein Duell auf Augenhöhe werden sollte, zeigte sich bereits in den Anfangsminuten – mit einem dramatischen Ende, das die Zuschauer in der Neuwiesenhalle so schnell nicht vergessen werden.
Von der ersten Minute an entwickelte sich eine ausgeglichene Partie, in der beide Mannschaften mit einer harten und konsequenten Abwehrarbeit überzeugten. Den ersten großen Aufreger der Begegnung gab es aufseiten der Gäste: Nach einem Foul an Moritz Bader zeigten die Schiedsrichter dem TSV Heiningen die Rote Karte. Den anschließenden Siebenmeter verwandelte Lukas Bader sicher zum 5:5 nach sieben Minuten. Die HSG konnte die daraus resultierende Überzahlsituation allerdings nicht für sich nutzen und geriet wenig später sogar ins Hintertreffen. Dass der Rückstand nicht größer ausfiel, lag vor allem an einem überragenden Kevin Maisch im Ermstäler Tor.
Auf der Gegenseite stellte insbesondere Alexis Rapp die HSG-Abwehr immer wieder vor Probleme. Mit seinen schnellen Bewegungen gelang es ihm mehrfach, die Defensive der Gastgeber zu durchbrechen. So brachte er die Gäste nach 18 Minuten mit 10:9 und wenig später mit 11:9 in Führung. Die Ermstäler ließen sich davon jedoch nicht abschütteln und hielten konsequent dagegen. Bis zur Halbzeit entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, in dem sich keine Mannschaft entscheidend absetzen konnte. Folgerichtig ging es mit einem verdienten 16:16 in die Kabinen.
Nach dem Seitenwechsel kamen die Gastgeber zunächst stark aus der Kabine. Mit einer konsequenten Abwehr und zielstrebigen Angriffen gelang es der HSG, sich erstmals deutlicher abzusetzen. In der 43. Minute stand eine Vier-Tore-Führung auf der Anzeigetafel: 22:18 für die Ermstäler.
Doch die Gäste aus Heiningen gaben sich keineswegs geschlagen. Eine zunehmend wilde und fehlerbehaftete Phase der HSG nutzte der TSV eiskalt aus und verkürzte innerhalb von nur drei Minuten auf 22:21. Die Partie war wieder völlig offen. In der 51. Minute fiel schließlich der Ausgleich zum 24:24. Von diesem Zeitpunkt an war Spannung bis zur letzten Sekunde garantiert.
Auch in der Schlussphase schenkten sich beide Mannschaften nichts. In der 58. Minute folgte dann der nächste Rückschlag für die HSG: Heiningen ging mit 27:26 in Führung. Doch die Ermstäler bewiesen Moral und ließen sich von diesem späten Gegentreffer nicht aus der Ruhe bringen.
Moritz Bader übernahm Verantwortung und setzte sich auf der halblinken Position mit einem starken Durchbruch durch. Akrobatisch und mit einem sehenswerten Dreher brachte er den Ball im Tor unter und stellte auf 27:27.
Nun lag es an der HSG-Abwehr, den nächsten Angriff der Gäste zu stoppen. Heiningen schaffte es, über den Kreis abzuräumen und einen freien Wurf aus kurzer Distanz herauszuspielen. Doch Leo Maginski im Ermstäler Tor behielt die Nerven und parierte den Wurf in entscheidender Situation.
Was dann folgte, war der perfekte Abschluss eines ohnehin packenden Handballabends: Maginski leitete mit noch zehn Sekunden auf der Uhr den Gegenstoß ein. Der Ball landete kurz hinter der Mittellinie bei Moritz Bader, der zwei Gegenspieler mit einer geschickten Bewegung ausspielte und den Ball zum 28:27 im Tor versenkte. Kurz darauf ertönte das Schlusssignal – die Ermstalhalle stand Kopf!
Nach diesem emotionalen Heimsieg hat die HSG am kommenden Wochenende zunächst spielfrei. Weiter geht es am Sonntag, den 1. November, um 16:15 Uhr. Dann empfängt die HSG Ermstal die HSG WiWiDo in der heimischen Neuwiesenhalle und möchte an die starke Schlussphase gegen Heiningen anknüpfen.
HSG Ermstal: Lukas Bader (8), Moritz Bader (7), Maximilian Fritz (4), Robin Brodbeck (3), Niklas Dwors (2), Linus Deuschle (1), Daniel Hail (1), Fabian Hail (1), Marco Weinschenk (1), Fabian Lier, Leo Maginski (TW), Kevin Maisch (TW), Michael Müller, Malte Schwaigerer, Mati Spindler, Daniel Templin Offizielle: Stefan Heine, Naemi Leins, Alexander Trost
