Schwankende Leistung – anhaltende Serie!

Die HSG Ermstal bleibt weiter in beeindruckender Form: Auch im zwölften Spiel in Folge ohne Niederlage verteidigten die Ermstäler ihre Serie – mussten beim knappen 27:26-Heimsieg gegen den TV Heiningen allerdings bis zur letzten Sekunde zittern. Bereits das Hinspiel hatte die HSG mit 28:24 für sich entschieden.

Die Partie begann turbulent. Die Gäste aus Heiningen reisten zwar mit einem etwas dezimierten Kader an, erwischten jedoch den deutlich besseren Start. Nach vier Minuten stand es 1:4 aus Sicht der Hausherren. Ermstal tat sich schwer ins Spiel zu finden, leistete sich zu viele technische Fehler und unvorbereitete Abschlüsse. Erst die Einwechslung von Moritz Bader brachte den nötigen Impuls ins Angriffsspiel. Mit mehr Tempo und Tiefe sorgte er dafür, dass die HSG nicht frühzeitig den Anschluss verlor.

Beim Stand von 7:11 in der 15. Minute sah sich das Trainerduo Trost/Heine gezwungen, die Auszeit zu nehmen. Die Ansage war klar: Man sei keineswegs schlechter, mache sich das Leben aber durch eigene Fehler unnötig schwer. Die Wirkung zeigte sich sofort – Ermstal verkürzte direkt auf 9:11 und war wieder voll im Spiel.

Ein zusätzlicher Faktor spielte der HSG in die Karten: Heiningens Abwehrchef Thomas Grau, zentrale Figur im Mittelblock, hatte bereits zwei Zeitstrafen auf dem Konto und wurde nun gezielt attackiert. Die Strategie ging auf: In der 28. Minute zog Maximilian Fritz ein taktisches Foul, das Grau die dritte Zeitstrafe und damit die Rote Karte einbrachte. Kurz vor dem Halbzeitpfiff verkürzte Ermstal noch auf 13:15.

Mit viel Euphorie startete die HSG in Durchgang zwei. Mit der Roten Karte gegen Grau und nur zwei Toren Rückstand war die Stimmung positiv. Dennoch gelang es zunächst nicht, die entscheidenden Stellschrauben zu drehen. Heiningen verteidigte leidenschaftlich, und Ermstal lief dem Zwei-Tore-Rückstand lange hinterher.

Erst in der 47. Minute war es erneut Moritz Bader, der mit dem Treffer zum 22:22 den Ausgleich erzielte und die Halle zum Beben brachte. In der Schlussphase übernahm dann Lukas Bader Verantwortung. Mit insgesamt zehn Treffern – und eiskalter Sicherheit vom Siebenmeterpunkt – prägte er die Endphase maßgeblich. Innerhalb von nur zwei Minuten verwandelte er drei Würfe und brachte die HSG mit 26:24 in Front.

Doch entschieden war die Partie noch nicht. Nach dem schnellen Anschlusstreffer der Gäste wurde es eine nervenaufreibende Crunchtime. In der 58. Minute traf Marco Weinschenk zum wichtigen 27:25, doch Heiningen antwortete postwendend durch Michael Fattler mit dem 27:26.

Ermstal kam nochmals in Ballbesitz, bei noch gut einer Minute Restspielzeit. Man versuchte, den Angriff in die Länge zu ziehen, doch das Zeitspiel drohte schnell. Nach einer letzten Auszeit von Trainer Trost war die Auftakthandlung klar besprochen – doch bei wenigen verbleibenden Pässen blieb der geplante Wurf im Block hängen. Heiningen bekam noch einmal rund 20 Sekunden für den letzten Angriff, spielte diesen jedoch zu nervös aus und kam nicht mehr entscheidend zum Abschluss. Kapitän Michael Müller resümierte nach Abpfiff wie folgt: „Nicht schön, aber stark im Kopf – genau solche Spiele musst du erst mal gewinnen. Serie hält!“

So blieb es beim etwas durchwachsenen, aber umso wichtigeren 27:26-Heimsieg in der Neuwiesenhalle. Die HSG Ermstal baut damit ihre starke Serie weiter aus und geht nun mit Rückenwind in eine spielfreie Woche, bevor am 21.02. das Auswärtsspiel beim TSV Weilheim ansteht.

Es spielten: L. Bader (10), M. Bader (5), Fritz (4), Brodbeck (3), F. Hail (2), Müller (1), Templin (1), Weinschenk (1), Dwors, D. Hail, Kuttler, Maginski, Maisch, Staudinger