Punkteteilung beim Tabellenführer

Mit dem TSV Neuhausen/Fildern wartete am vergangenen Sonntag der bislang ungeschlagene Tabellenführer der Landesliga auf die HSG Ermstal. Die Gastgeber hatten in der Vorrunde lediglich einen Punkt abgegeben – ausgerechnet gegen die HSG. Entsprechend angespannt war die Stimmung in Neuhausen, während die Ermstäler mit breiter Brust anreisten: Nach dem souveränen Auftaktsieg in die Rückrunde gegen die HSG Ebersbach/Bünzwangen war man gut in Form und hatte nichts zu verlieren. Der Druck lag klar bei der 3.-Liga-Reserve von den Fildern.

Neuhausen erwischte allerdings den deutlich besseren Start. Mit hohem Tempo und konsequenten Abschlüssen setzten die Gastgeber früh ein Ausrufezeichen. Nach nur vier Minuten stand es bereits 4:0. Die HSG tat sich im Angriff schwer und scheiterte in der Anfangsphase immer wieder am stark aufgelegten Neuhausener Keeper Felix Wolz, der einen überragenden Start ins Spiel erwischte. Nach acht Minuten war der Rückstand beim 7:2 bereits deutlich.

Beim Stand von 9:3 in der 14. Minute zog das Ermstaler Trainerteam die Auszeit – und die zeigte Wirkung. Mit mehr Überzeugung im Abschluss und klareren Aktionen kam die HSG zurück ins Spiel. Vor allem Robin Brodbeck übernahm Verantwortung und traf direkt dreimal in Folge. In der 19. Minute war man beim 11:7 wieder in Schlagdistanz. Neuhausen gelang es fortan nicht mehr, sich weiter abzusetzen. Zudem bekam die HSG den Topscorer der Gastgeber, Schwab, zunehmend besser in den Griff. So konnte der zwischenzeitliche Sieben-Tore-Rückstand bis zur Pause auf vier Treffer verkürzt werden.

In der Halbzeit war trotz Rückstand klar: Da geht noch mehr. Die Ermstäler wussten, dass ein Punktgewinn beim Spitzenreiter nicht unrealistisch ist. Die HSG startete stark in den zweiten Durchgang und agierte nun deutlich stabiler. Zwar verhinderten Pech vom Siebenmeterpunkt und weiterhin konsequente Abschlüsse der Gastgeber zunächst eine weitere Annäherung, doch das Spiel kippte zunehmend. In der 44. Minute verwandelte Lukas Bader einen Siebenmeter sicher und verkürzte erstmals auf drei Tore Abstand. Jetzt war die HSG endgültig im Spiel. Der Rückraum fand immer wieder die nötige Tiefe, während Torhüter Leo Maginski sein Tor förmlich vernagelte und mit mehreren Paraden dafür sorgte, dass Neuhausen kaum noch zu Treffern kam.

Die Aufholjagd wurde in der 51. Minute belohnt: Jan Staudinger erzielte den umjubelten Ausgleich zum 25:25 – die Partie war wieder völlig offen. Fünf Minuten später brachte Moritz Bader die HSG erstmals mit 25:26 in Führung. Die Antwort der Gastgeber folgte jedoch nur 30 Sekunden später zum 26:26.

Dramatik pur in der Schlussphase: In der 59. Minute erhielt die HSG per Siebenmeter die große Chance zur erneuten Führung, doch Lukas Bader scheiterte diesmal am Torhüter. Neuhausen nutzte den Rückenwind und ging 50 Sekunden vor Schluss selbst wieder in Führung. Auszeit HSG Ermstal. Trainer Trost gab den letzten Spielzug vor – klar war: Die Gastgeber sollten den Ball nicht noch einmal bekommen.

Im letzten Angriff lief die Uhr herunter. Bei 59:57 fasste sich Marco Weinschenk ein Herz und hämmerte den Ball zum 27:27 ins Netz. Neuhausen nahm nochmals eine letzte Auszeit, zwei Sekunden waren noch auf der Uhr. Nach dem Anwurf flog der Ball noch einmal Richtung Ermstaler Tor, wurde abgefälscht und landete im Netz – jedoch erst nach dem Schlusspfiff.

Nach einem zwischenzeitlichen Sieben-Tore-Rückstand spielt die HSG Ermstal eine überragende zweite Halbzeit und nimmt verdient einen Punkt beim Tabellenführer mit. „Wir haben nie aufgegeben – die zweite Halbzeit gehörte uns. Punkt geholt, Moral gezeigt.“, resümierte der stark aufgelegte Schlussmann Maginski nach Abpfiff. Die Mannschaft bedankt sich bei allen mitgereisten Fans für die starke Unterstützung. Weiter geht es kommenden Samstag um 20 Uhr in der heimischen Neuwiesenhalle gegen den TSV Heiningen. 

Es spielten: Robin Brodbeck (7), Lukas Bader (6), Maximilian Fritz (5), Marco Weinschenk (4), Moritz Bader (2), Michael Müller (1), Jan Maiki Staudinger (1), Daniel Templin (1), Linus Deuschle, Niklas Dwors, Daniel Hail, Fabian Hail, Fabian Kuttler, Leo Maginski, Kevin Maisch, Marko Tripkovic